WORK LIFE HARMONY

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Fosbury & Sons eröffnet neuen Co-Working-Space in Brüssel


VON CARMELA MELONE

(Veröffentlicht in Das Produktkulturmagazin Ausgabe Q1 2019)

Die hohen Betonfassaden des Gebäudes ragen inmitten einer grünen und luftigen Landschaft empor, die sich in den futuristisch anmutenden, ovalen Fenstern spiegelt, was dem gesamten Gebäude eine fast surreale, leichte und lichtdurchflutete Aura verleiht. Es fällt nicht schwer, die Faszination nachzuvollziehen, die das modernistische Gebäude auf die Gründer von Fosbury & Sons ausgeübt haben muss, die sie dazu inspiriert hat, einen weiteren Raum für Kollaboration und Co-Working zu schaffen. 

Das Gebäude wurde ursprünglich vom belgisch-polnischen Architekten Constantin Brodzki entworfen, der in Italien geboren wurde und vor dem Zweiten Weltkrieg nach Belgien zog. Mit diesem Projekt aus den 1970er-Jahren, in dem sich der Hauptsitz des Zementunternehmens CBR befand, etablierte er sich als einer der innovativsten Architekten des Landes. Das Interieur hatte Brodzki seinerzeit mit dem belgischen Möbeldesigner und Innenarchitekten Jules Wabbes entworfen. Es ist in der Tat das einzige Gebäude in den Benelux-Ländern, das zur Sammlung des Museum of Modern Art gehört. Fosbury & Sons Boitsfort, wie es heute heißt, würdigt die Geschichte des Gebäudes und das Zeitalter, in dem es erbaut wurde, und verleiht ihm dabei ein gänzlich neues und modernes, aber dennoch auch ein warmes und gemütliches Ambiente. 

Zu Beginn des Projekts besuchten Fosbury & Sons den 93-jährigen Brodzki, der ihnen mit Leidenschaft seine Vision des Gebäudes schilderte und sie auf Dinge hinwies, auf die sie achten sollten. Eines der markantesten Merkmale des Gebäudes ist seine Funktionalität und intelligente Einfachheit. Fosbury & Sons entfernten die Gänge zugunsten offener und freundlicher Räume, in denen heute verschiedene maßgefertigte Stücke als Teile der Innenausstattung zu finden sind. Wie schon bei einem früheren Projekt in Antwerpen, arbeiteten sie auch hier mit dem Innenarchitekturbüro Going East zusammen. Das Ergebnis ist eine harmonische Mischung aus Klassikern und zeitgenössischen Stilelementen. So finden sich moderne Elemente wie der riesige Kronleuchter, Holzmöbel und Marmortische integriert in das ursprüngliche Bild, zu welchem auch die geschwungene Haupttreppe aus Beton gehört. Darüber hinaus trugen die Galerien Rodolphe Janssen und die Veerle Verbaekel Gallery aus Brüssel sowie die Künstler Perry Roberts und Florian Tomballe und die Private Art Support Foundation mit Kunstwerken zur Innengestaltung im gesamten Gebäude bei. Das Gesamtkonzept zielt darauf ab, dass sich Menschen hier genauso wohlfühlen wie in einem Café oder Restaurant. 

Die 7.000 Quadratmeter große Fläche verteilt sich auf acht Stockwerke und bietet Platz für eine offene Lobby und eine Bar im Erdgeschoss, 15 Besprechungsräume, ein Auditorium mit 75 Sitzplätzen, private und gemeinsame Büroräume und eine Reihe weiterer gemeinsam genutzter Arbeitsplätze. Für die kulinarischen Bedürfnisse ist in einem eigenen Restaurant gesorgt, und es gibt eine weitere Bar im achten Stock, dem Obergeschoss. Diese Bar bietet einen großartigen Blick auf den nahegelegenen Sonian Forest und ist für alle Co-Worker zugänglich, nicht nur für die Chefs. Insgesamt bietet das Gebäude Platz für bis zu 600 Mitarbeiter und 250 Unternehmen. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, Firmenmitarbeiter, Einzelpersonen, Start-ups sowie große und kleine Firmen in einer offenen Räumlichkeit zusammenzubringen, in der sie die Möglichkeit haben, miteinander in Kontakt zu treten, zusammenzuarbeiten und von ihren Fähigkeiten gegenseitig zu profitieren. „Was wir sehen, ist das Verlangen nach mehr Autonomie, Erfüllung und Synergie von allen Seiten – seien dies Anwälte, Webdesign-Firmen oder Mitarbeiter großer Unternehmen. Die Bedürfnisse der heutigen Generation sind anders als vor 50 Jahren“, erklärt Stijn Geeraets, der Fosbury & Sons zusammen mit Serge Hannecart und Maarten van Gool gegründet hat. 

Konventionelles neu zu überdenken – das ist die Kernphilosophie des Unternehmens. Der Firmenname Fosbury & Sons ist dabei eine Hommage an Dick Fosbury, den Hochsprung-Athleten, der mit der konventionellen Hochsprung-Methode nicht erfolgreich war und stattdessen seine eigene Technik entwickelte, die für seinen Körper besser funktionierte. Der sogenannte Fosbury Flop wurde schließlich zum bevorzugten Stil dieser Disziplin, nachdem sein Namensgeber 1968 bei den Olympischen Spielen einen neuen Rekord von 2,24 Metern erreichte. Fosbury & Sons würdigen mit ihrem Namen die Entschlossenheit und den Mut des Athleten, neue Wege zu gehen. Sie machen dieses Credo zu ihrem eigenen Ziel, indem sie Arbeitsräume neu gestalten, um den Bedürfnissen der heutigen Generation gerecht zu werden. „Wir reißen Mauern zwischen Unternehmen und Menschen nieder und schaffen eine höchst fruchtbare Plattform, auf der täglich Kooperationen stattfinden: Am Ende ist es genau das, was Menschen glücklich macht – Verbindung“, sagt Stijn Geeraets.

Trotz des zunehmend digitalen Arbeitsumfelds scheinen die Interaktion zwischen Menschen und die reale Zusammenarbeit nach wie vor von hohem Wert zu sein. Tatsächlich ist der Ansatz von Fosbury & Sons ein sehr wissenschaftlicher: Erkenntnisse aus neurowissenschaftlichen Studien haben einen großen Einfluss auf die Auswahl neuer Standorte. So verbessert beispielsweise eine grüne Umgebung nachweislich

die Wahrnehmung um 26 Prozent und verringert gleichzeitig die krankheitsbedingten Fehlzeiten um 30 Prozent. Boitsfort bietet mit den 4.421 Hektar Wald und viel Tageslicht daher eine ideale Basis. Fosbury & Sons legt großen Wert darauf, Bars und Restaurants in ihre Konzepte zu integrieren, was zum Kollaborationsfaktor beiträgt. In Zusammenarbeit mit Coffeelabs bieten sie in der hauseigenen Bar beispielsweise Frühstück, Mittagessen, Säfte, Kuchen, Kaffee und Catering für Meetings und Veranstaltungen an. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Dienstleistungen, die zusätzlich zur Verpflegung zur Verfügung stehen. Mitglieder von Fosbury & Sons kommen in den Genuss von Services wie Postversand, Rezeption, Druckservice und Parkmöglichkeiten. Die Menschen von solchen Aufgaben zu befreien, damit sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren und somit kreativer und produktiver sein können, ist eine der Triebfedern des Konzepts von Fosbury & Sons. Außerdem gehen die Macher interessante Partnerschaften ein, von denen ihre Mitglieder in hohem Maße profitieren können. So arbeitet Fosbury & Sons beispielsweise mit BMW & Centrauto zusammen, sodass die Mitglieder einen Superluxus-„Co-Firmenwagen“ buchen können, um zu ihren Meetings und anderen Auswärtsterminen zu gelangen. Die Zusammenarbeit mit The Office Group London ermöglicht es den Mitgliedern, bei einem Besuch in London einen der TOG Co-Working-Spaces, Mitgliederlounges, Büros, Besprechungsräume oder Veranstaltungsräume zu nutzen. 

Fosbury & Sons plant, im Laufe des Jahres 2019 zwei weitere Co-Working-Gebäude in Brüssel in Betrieb zu nehmen: Fosbury & Sons Albert und Fosbury & Sons Alfons. 


 

fosburyandsons.com

 

FOSBURY & SONS

Fosbury & Sons ist ein Co-Working-Büro mit bestehenden und geplanten Standorten in Belgien und Europa. Das Unternehmen bietet zahlreiche Dienstleistungen sowie verschiedene Membership-Modelle an.

Picture credit © Jeroen Verrecht


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