LIMITED EDITION

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Die Leica-X2 Sonderedition „Fedrigoni" – The Paper Skin

VON SANDY STRASSER

(Veröffentlicht in Das Produktkulturmagazin Ausgabe 2 2014)

Die besonderen Momente des Lebens einfangen – sie für die Ewigkeit festhalten. Oskar Barnack war es, der mit seiner Kleinbildkamera 1914 die Fotografie revolutionierte. Ursprünglich entwickelte er die Ur-Leica, um mittels eines handlichen Apparats Belichtungsproben von Filmmaterial herstellen zu können. Es entstanden Fotos von für damalige Verhältnisse unbekannter Qualität und Dynamik. Barnack läutete damit die Ära der Reportagefotografie ein. Heute steht die Marke Leica für Bilder, die unser Wissen erweitern und unsere Vorstellungen von der Welt prägen. Und auch in Sachen Design setzt sie immer wieder neue Maßstäbe. So wie mit der Sonderedition der Leica X2, die den Titel „The Paper Skin“ trägt. Es handelt sich dabei um ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt, das die Leica Camera AG zusammen mit dem italienischen Feinpapierhersteller Fedrigoni und der Kreativagentur Geometry Global ins Leben gerufen hat. Marcus Lange, Prokurist bei Fedrigoni, und Björn Dietzler, Product Management bei der Leica Camera AG, verraten uns, was hinter „The Paper Skin“ steckt.

Die Leica-X2 Sonderedition „Fedrigoni“ ist die weltweit erste Kamera von Leica, die statt ihrer traditionellen Lederbanderole eine „Papierhaut“ trägt. In Verbindung mit ihrer außergewöhnlichen Verpackung macht sie fast schon den Eindruck eines Designobjekts. Wie ist man auf die Idee für dieses Projekt gekommen? Wer hat es initiiert?

Marcus Lange: Dieser Eindruck ist durchaus beabsichtigt – Designer und Luxusmarkenartikler zählen zu unseren wichtigsten Zielgruppen. Der Anstoß und die Realisierung stammen von Geometry Global in Frankfurt. Eine befreundete Agentur, die sowohl für Fedrigoni als auch für Leica Camera erfolgreich arbeitet.

Björn Dietzler: Dank unserer Fertigung nach dem Manufaktur-Prinzip können wir individuelle Kundenanforderungen erfüllen. Doch trotz unserer langjährigen Erfahrung in der individuellen Veredelung von Fotokameras war es für uns eine völlig neue Herausforderung, die traditionelle Lederbanderole durch Papier zu ersetzen. Das Konzept hat uns aber so sehr inspiriert, dass wir uns von den bemerkenswerten Eigenschaften von „Constellation Jade Aida“ aus erster Hand überzeugt haben. Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt haben die Testergebnisse unseres Qualitätsmanagements gezeigt, dass wir es mit einer ganz außergewöhnlichen Papiersorte zu tun haben.

Welchen kreativen Einflüssen haben Sie sich bei der Konzeption hingegeben? Hatten Sie inspirative Quellen? 

M. L.: Wenn Marken wie Leica und Fedrigoni aufeinandertreffen, gibt es natürlich unzählige Inspirationen. Aus unserer Sicht lag der Reiz darin, die Grenzen zwischen Verpackung und Produkt verschmelzen zu lassen. Aus rein gestalterischer Perspektive finden sich in der stufenartigen Konstruktion Anlehnungen an die Arena di Verona, das Amphitheater, das nur einige hundert Meter von unserer Firmenzentrale entfernt liegt. Und die Aufmachung als Musterbuch ist natürlich auch kein Zufall.

Welche Klientel möchten Sie mit dieser besonderen Kamera ansprechen? 

M. L.: Die Kamera richtet sich ganz klar an Design- und Qualitätsbewusste. Unsere Hauptzielgruppe sind neben Top-Designern und Druckern vor allem die Luxus- und Premiummarken dieser Welt.

Die luxuriösesten Marken der Welt verpacken ihre Produkte mit Papieren des italienischen Feinpapierherstellers Fedrigoni. Welche Gründe sprachen noch für das Unternehmen als Partner für die Sonderedition? 

B. D.: Neben der Tradition und der hervorragenden Reputation im Markt: Vor allem der bedingungslose Qualitätsanspruch des Unternehmens, die Leistungswerte des Papiers sowie die Ästhetik des Konzepts und der Umsetzung.  

Bei der materiellen Umsetzung hat man sich am Ende für das Papier „Constellation Jade Aida“ entschieden? Weshalb genau für dieses? 

M. L.: Einerseits zitiert die Struktur des Papiers die festlichen Gewänder der Aida-Aufführungen in Verona – daher auch der Name. Zum anderen ist die geschlossene, extrem widerstandsfähige Oberfläche hervorragend geeignet für intensive Beanspruchung. 

B. D.: „Constellation Jade Aida“ ist bislang die erste Papiersorte, die wir gründlich getestet haben. Dieses Papier hat auf Anhieb unsere mehrstufigen Eignungsprüfungen bestanden.

Eine Kamera, die mit einer Papier-Banderole veredelt wurde, lässt eine relativ geringe Strapazierfähigkeit vermuten. Ist die Kamera überhaupt alltagstauglich? 

M. L.: Diese Frage kann natürlich nur Leica Camera beantworten. 

B. D.: Diese Leica X2 ist absolut alltagstauglich. „Constellation Jade Aida“ widersteht nicht nur schnellen Temperaturwechseln zwischen -40 und +70 Grad Celsius, sondern hat unsere Prüfingenieure darüber hinaus mit seiner außergewöhnlich hohen Abriebfestigkeit überzeugt. Selbst Acetonauftrag widersteht das Papier schadlos. „Constellation Jade Aida“ hat die Eignungstests mit Bravour bestanden und erfüllt im vollem Umfang unsere hohen Qualitätsstandards. Das ist sehr bemerkenswert, denn schließlich gibt es auch sehr hochwertige Ledersorten, die unsere anspruchsvollen Eignungskriterien nicht erfüllen. Darüber hinaus ist die Oberflächenstruktur sehr griffig, was bei der Bedienung der Kamera ebenfalls von Vorteil ist. Letztendlich fertigen wir Werkzeuge für die Fotografie. In diesem Punkt stellt auch diese Sonderserie Leica X2 keine Ausnahme dar.

Wie lange hat die Umsetzung vom Konzept bis zum fertigen Produkt gedauert?  

M. L.: Von der allerersten Idee bis zum fertigen Produkt? Etwas über ein Jahr.

B. D.: Ab der ersten Präsentation durch die Agentur Geometry Global haben wir etwa vier Monate benötigt, um die limitierte Edition in unserer Manufaktur zu fertigen.

Die Kamera wurde in einer streng limitierten Auflage von 25 Stück produziert und kostet 3.900 Euro. Was rechtfertigt den hohen Preis?  

M. L.: Wir sprechen hier von einem ganz besonderen Meisterstück. Nicht nur in der Kamera, sondern eben auch in der Verpackung stecken einmaliges Know-how, Leidenschaft und akribische Handarbeit.

Die aufwändig produzierte Verpackung erinnert an ein hochwertiges Papier-Musterbuch. Was steckt hinter diesem Konzept?  

M. L.: Uns ist es wichtig, mit diesem Projekt zu inspirieren. Verpackungspapiere von Fedrigoni sind zu so viel mehr fähig als man gemeinhin annimmt – oder als man aus üblichen Musterbüchern erahnen könnte. „The Paper Skin“ betritt hier bewusst Neuland und ruft Designer und Markenartikler dazu auf, „out-of-the-box“ zu denken und mit uns und unseren Papieren neue Wege zu gehen.

B. D.: Die Sonderedition ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein kreatives und schlüssiges Designkonzept echte Markenwerte eindrucksvoll demonstrieren kann. In erster Linie wollen wir begeistern, und wir denken, dass uns dies gemeinsam mit allen Beteiligten gelungen ist.

Was versprechen Sie sich von diesem Gemeinschaftsprojekt?  

M. L.: Inspiration für die Zielgruppe! Wir möchten Designer und Luxusartikelhersteller zu Außergewöhnlichem inspirieren. Und natürlich möchten wir durch das Projekt auch unsere Awareness verbessern.

B. D.: Wir möchten verdeutlichen, dass wir von Leica Camera für unsere Kunden nahezu alles möglich machen. Unter der Voraussetzung, dass unsere hohen Maßstäbe in puncto Ästhetik und Qualität gewahrt bleiben, stellen wir uns immer wieder gerne außergewöhnlichen Kundenwünschen.

Produkte von Leica setzen immer wieder neue Maßstäbe. Ist eine Fortsetzung der Kooperation angedacht? 

B. D.: Bisher existieren keine konkreten Pläne. Grundsätzlich hat uns die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten großen Spaß gemacht und wir sind sehr stolz auf das Ergebnis.

Besitzen Sie selbst auch eine Leica-Kamera?   

M. L.: Tatsächlich ist es so, dass es innerhalb der Familie Fedrigoni selbst eine Affinität zu Kameras von Leica, beispielsweise aus der M-Reihe, gibt.

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Picture credits © leica-camera.com


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