ALLESKÖNNER

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Werkzeuge für höchste Ansprüche

BY RENATE RAMERSEDER

(Veröffentlicht in Das Produktkulturmagazin Ausgabe 1 2016)

„Werkzeuge für höchste Ansprüche“ lautet das Credo von Festool, Hersteller von Spezialwerkzeugen mit Sitz in Wendlingen. Um den mehr als 47 Länder umfassenden Absatzmarkt mit Publikationen über das Sortiment versorgen zu können, setzt das Marketing mit dem InBetween PublicationBuilder auf Automatisierung und Kreativität bei der Katalogerstellung.

Festool genießt bei Handwerkern im In- und Ausland einen ausgezeichneten Ruf. Ein breites Sortiment an Spezialwerkzeugen lässt keine Wünsche offen. Während bewährte Geräte seit vielen Jahren einen wesentlichen Bestandteil des Angebots bilden, setzt das Unternehmen auch Akzente bei der Entwicklung: Neuheiten sind tatsächlich echte Neuheiten. 

Eine von der Marketingabteilung durchgeführte Umfrage bringt es ans Licht: Der Produktkatalog ist und bleibt das Hauptinformationsmedium für die Händler und den Endkunden. Nach diesem mehr als eindeutigem Votum war die Frage, ob der Printkatalog auch in Zukunft einen zentralen Platz in der Marktkommunikation spielen soll, eigentlich keine mehr. Es blieb lediglich die Frage nach dem „Wie“. Denn auch Profi-Werkzeuge wollen medienwirksam in Szene gesetzt werden. Um die Marke Festool zu stärken, werden sämtliche Werkzeuge für Handwerker in einem mehr als 400-seitigen Gesamtkatalog zusammengefasst. Großflächige Produktdarstellungen wechseln sich mit Detailabbildungen, technischen Informationen und Anwendungsbeispielen ab. Passendes Systemzubehör ergänzt die Hauptproduktseiten. Das rund 200 Seiten umfassende Maler-Gesamtprogramm richtet sich gezielt an diese Berufsgruppe und stellt, neben allen Hilfsmitteln und Geräten, auch ausgewählte Sanierungsprojekte vor – stets mit einem Hinweis auf die dabei zum Einsatz gekommenen Werkzeuge. Abgerundet wird das Portfolio durch einen ebenfalls separat erstellten Produktkatalog für den Automotive-Bereich mit hochprofessionellen Lösungen speziell für Lackier-Werkstätten.

Ausgehend von den positiven Erfahrungen bei der Erstellung einer Preisliste, die bereits seit 2006 automatisiert erstellt wurde, sollten ab 2011 auch die hochwertigen Produktkataloge zumindest größtenteils per Knopfdruck aus der Datenbasis generiert werden können. Eine wesentliche Anforderung: Es sollte nach wie vor möglich sein, Produkte individuell für einzelne Seiten zu selektieren, da jeweils unterschiedliche Produktmanager für die verschiedenen Kernkompetenzen zuständig sind. Gefragt war daher keine Hochautomatisierung, sondern ein Tool, das einerseits die Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg möglich machte und bei der Gestaltung so viel Freiheit wie nötig, gleichzeitig aber auch so viel Automatisierung wie möglich erlaubte. Der webbasierte InBetween PublicationBuilder mit seiner Kombination aus fest definierten Bereichen, Template-Vorgaben für unterschiedliche Darstellungen sowie neutralen Freifeldern entsprach der geplanten Arbeitsweise am besten. Dem Festool-Katalogteam steht via Webbrowser eine Auswahl unterschiedlicher Seitendarstellungen zur Verfügung, für die es dank Anbindung der Daten aus dem zugrunde liegenden PIM-System aus ihrer eigenen Produktgruppe Produkte und Bilder für die nächste Katalogausgabe selektieren können. So behält das Printmedium seinen einzigartigen Charakter, lässt sich aber dennoch um ein Vielfaches schneller zusammenstellen. Da die Arbeitsweise sehr intuitiv ist, war keine Schulung für die Mitarbeiter erforderlich.

Das Unternehmen vertreibt seine Profi-Werkzeuge jedoch nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern verzeichnet eine Exportquote von 76 Prozent. Sprachvarianten der Publikationen sind daher unerlässlich und waren die nächste Herausforderung. Über die Funktion „Sprachaktualisierung“ lassen sich jedoch die erstellten deutschen Kataloge sehr schnell in allen wichtigen Sprachen der Absatzmärkte erstellen. Festool ist zwischenzeitlich in der Lage, statt für ursprünglich nur vier Länder 29 Versionen mit länderspezifischen Publikationen in 19 Sprachen zu bedienen. Das Unternehmen kann so eine viel stärkere Länderpräsenz zeigen beziehungsweise überhaupt erst Märkte anbinden, die ohne eigene Sprachversion nur schwer zu erschließen gewesen wären. Zusätzlich zu den hochautomatisierten Preislisten und teilautomatisierten Produktkatalogen nutzt das Unternehmen die Dynamic Publishing Software auch noch für die Erstellung weiterer mehrsprachiger Dokumente wie Datenblätter und Etiketten. Da hier der Automatisierungsgrad bereits zwischen 85 und 95 Prozent liegt, benötigt man keine Agenturleistung mehr für das Finishing. 

Während die Aktualisierungszyklen für Printmaterialien kürzer werden, steigen die Anforderungen an die Qualität. Gleichzeitig sinken aber die Druckkosten aufgrund der zielgruppenspezifischeren Kommunikation und der niedrigeren Auflagen. Bei der ROI-Betrachtung in Bezug auf die Investition in eine integrierte PIM- und Database-Publishinglösung fällt daher vor allem der stark reduzierte manuelle Aufwand ins Gewicht. Alleine dadurch hat sich die Investition bereits bezahlt gemacht. Die frei gewordene Zeit kann jetzt für die wirklich relevanten Themen eingesetzt werden, wie etwa die Erstellung von hochwertigem Content. Die Schaffung einer durchgängig geschlossenen Prozesskette hat aber noch weitere positive Auswirkungen: Die Qualität der Stammdaten hat sich deutlich verbessert, was wiederum dazu führt, dass alle generierten Dokumente inzwischen nahezu fehlerfrei sind.

High-tech around the World – Interview mit Daniel Baumeister, Communication Manager Festool GmbH

Spezialisierte und hochprofessionelle Werkzeuge sind im Inland und im Ausland gefragt. Für Daniel Baumeister, Communication Manager bei Festool, ist eine integrierte und professionelle Lösung für das Datenmanagement und die Ausgabe in verschiedenen Kanälen inklusive Print in alle Sprachen der Zielmärkte der Schlüssel zum Erfolg. 

Herr Baumeister, wie sehen Sie die Entwicklung des Printmediums als Teil Ihrer Medienlandschaft? 

Daniel Baumeister: Unsere regelmäßigen weltweiten Kundenbefragungen zeigen uns eins sehr deutlich: Für Fachhändler und Endkunden sind die Printkataloge  heute weiterhin das wichtigste Verkaufsmittel. Wir werden also auch in Zukunft neben Onlineportalen, Webspecials und Videos großen Wert auf unsere hochwertigen Produktkataloge legen. 

Sie legen Wert auf hochwertige Kataloge. Inwieweit müssen Sie bei einer automatisierten Erstellung Kompromisse beim Design eingehen?

D. B.: Unsere Produktkataloge haben wir nicht in diesem Umfang automatisiert wie beispielsweise unsere Preislisten. Das ist auch nicht das Ziel. Allein durch die Teilautomatisierung und eben den sehr hohen Grad an Automatisierung bei weiteren Kommunikationsmitteln haben wir bereits einen solchen Effizienzgewinn, dass wir jetzt Zeit haben, um segmentspezifische Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Der Maler-Katalog sowie der Automotive-Katalog sind solche Beispiele. 

Welche weiteren innovativen Ansätze gibt es, die Sie dank der gewonnenen Effizienz in den Standardprozessen realisieren möchten?

D. B.: Wir denken, dass die Kommunikation auf jeden Fall noch weiter individualisierbar und segmentspezifischer wird – sowohl für Print als auch Online – und dass PIM-gesteuerte automatisierte Publishing-Prozesse auch hierbei eine wichtige Rolle spielen. Je größer man wird, desto wichtiger ist eine solide technologische Basis für eine optimale Gestaltung der Prozesse. 

Wie wirkt sich die Exportausrichtung des Unternehmens auf Ihre Kommunikation aus?

D. B.: Wir vertreiben unsere Produkte nahezu weltweit. Das Auslandsgeschäft macht einen erheblichen Anteil des Umsatzes aus. In vielen Ländern sind Kataloge in der Landessprache daher ein Muss. Müssten wir in jeder Ländergesellschaft eine Person zusätzlich für die Erstellung der Publikationen einsetzen, hätten wir erhebliche zusätzliche Kosten. Das Ergebnis würde trotzdem nicht der jetzigen Qualität entsprechen. Schon alleine deshalb können wir uns ein Leben ohne zentrale PIM-gesteuerte automatisierte Publishing-Prozesse nicht mehr vorstellen. InBetween ist zusammen mit unserem Dienstleister media office zu einem wesentlichen Pfeiler des Erfolgs für Festool geworden.

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HERSTELLER

InBetween bietet mit der gleichnamigen Standardsoftware eine sehr leistungsfähige Lösung für die teil- oder hochautomatisierte Erstellung von zum Beispiel Katalogen, Preislisten, Datenblättern und Broschüren aus Stammdaten.

InBetween Deutschland GmbH
Renate Ramerseder
Renate.ramerseder@inbetween.de
inbetween.de

KUNDE

TTS Tooltechnic Systems AG & Co. KG/Festool GmbH
Daniel Baumeister
Daniel.baumeister@festool.com
festool.de

Picture credits © PeopleImages/Getty Images

 


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